Recap: Rise of AI 2020

Dieses Jahr hat es in sich, nicht nur für die Event- und Messeszene, aber vor allem die! Wie jedes Jahr hat man feste Must-Go Termine. Rise of AI ist einer davon. Seit 2016 besuche ich das Event, durfte selbst schon auf der Bühne stehen. Stets bin ich über die spannenden Menschen erfreut, die das Event konzentriert und die ich bisher über die Jahre kennenlernen durfte!

Dieses Jahr ist alles anders. Alles neu. die Pandemie, so anstrengend sie ist, ist auch disruptiv und schafft Dinge, die vorher nur wenig attraktiv oder „einfach“ wirkten. Aber was muss, das muss. So haben Veronika, Fabian und ihr Team das Event dieses Jahr auf 99% digital umgekrempelt – mit viel Aufwand und Leidenschaft. Und das mit Erfolg!

Zeit für ein kleines Recap:

2 Tage voller spannender Vorträge, daran hat man sich ja eigentlich schon gewöhnt bei der Rise of AI. 😉 Also, was gabs Neues? Zusammengefasst kann man festhalten: Das Thema KI wird „erwachsener“. Statt sich trauen, heißt es nun immer stärker, sich den Flaum abstreifen, die Ärmel hochkrempeln und anpacken. Auf Blessuren einstellen, diese wegstecken lernen, das Ziel ins Auge fassen und noch einen Gang höher schalten, bitte! (Quasi das Gegenteil von dem, was im Falle Streetscooter bei der Post passierte)

In vielen Keynotes ging es nicht weniger als um die Wege, wie KI den PoC Status in Unternehmen verlassen und „erwachsen“ werden kann. Der Schlüssel dabei: Business Impact & Scalability. Und das von Beginn an!

Darin verbergen sich keine kleinen Wünsche, darin steckt echte Arbeit und viel Komplexität auf Infrastruktur, Prozess, HR und organisatorischer Ebene. Experimentieren ok, aber bitte mit Weitsicht und es muss was bringen – fürs Business. Es ist schön, dass diese Erkenntnis die Event-Bühnen erreicht hat! Und bei einem weiteren Punkt sind sich alle Keynotes einig: AI ist disruptiv, nicht nur technologisch, sondern auch im Sinne eines zwingenden Change Prozesses, der einmal quer durch die Organisation laufen muss, bis hin zur Unternehmenskultur und dem Mindset von Management und Co. KI ist keine reine Spielwiese (mehr), kein Add-on oder „Modul“, es verlangt aber ein Spielwiesen-Mindset im C-Level, bei Politik und bei allen Förderern. Ebenso wie Risikobereitschaft. Und Durchhaltevermögen! Denn die Chancen überragen die Risiken bei weitem und für „German Angst“ darf gerade kein Platz sein. Stattdessen mehr Neugier, mehr Experimentierfreude, weniger Bürokratie, weniger Vorsicht…mehr Zuversicht! Dieser Narrativ schwebt leider nicht erst seit diesem Jahr über den KI-Bühnen des Landes…

Es tut sich was in Germany, das sieht man an einer großen Portion neuer KI Initiativen und Cluster, die entstehen. Wie z.B. die von Merantix, KI Park Deutschland und KI Berlin. Dabei eine persönliche Bitte: Keine geographischen Silos bauen! Regionale Cluster sind wichtig und gut. Und sie entstehen bzw. wachsen mit großen Erfolg. Aber es muss eine übergreifende Strategie her, die alle Spots aktiv verbindet. Denn KI-Expertise ist in Deutschland verteilt und fragmentiert auf verschiedenste Business Bereiche und Regionen. Der alleinige Fokus auf lokale, virtuelle Hotspots reicht nicht. (auch die Berlin-Power allein reicht nicht… sorry guys 😛 ). Besonders nicht, wenn man in den Dimensionen „Europa“ und „Global“ denken will. Eine große Aufgabe, das zu bewerkstelligen, aber meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt in die gemeinsame Zukunft!

Noch ein paar Gedanken zum Thema Remote Event. Zugegeben, ich hatte einige Vorbehalte gegenüber digitalen Events. Habe die meisten gemieden. Ich bin auch absolut kein Fan von: „Lass Konzept A auf Paradigma B portieren – wird schon genauso gut klappen!“. Z.B. beim Thema Messen schön zu beobachten. Oder vor 10 Jahren, als PR nun Social Media machen musste. Das Copy & Paste von bewährten Konzepten in neue Welten hat noch nie wirklich gut geklappt!

Es war mein erstes Digital-Event, bei dem ich 2 Tage von Anfang bis Ende dabei war. Naja fast. Ich mag Live-Events, networking, drinking, talking. Nette Leute treffen, in real und Person! Dieses Jahr gab es das leider nicht. Ich fand es schwer zu fokussieren, wenn man zuhause oder im Büro mehrere Stunden am Stück streamed. Zu viel Ablenkung. Vor Ort hat man keine Wahl, da gibt es die volle Injektion. Feinster Eskapismus. Das ist gut und wichtig. Quasi wie ein 48h Dauer-Energieschub, den man wieder mit nach Hause ins besinnliche Saaletal nehmen und dort fürs Business weiter verdauen kann. Das hat man natürlich remote nicht in der Ausprägung. Dafür kann man die Sessions aber nach und nach über mehrere Tage häppchenweise konsumieren. Sich etwas Zeit blocken, wo man Ruhe finden kann. Das war gut und führt zu einem weiteren Vorteil: Man kann alle Sessions sehen, während man in live wegen überschneidender Slots und Networking eben einige verpasst und es deutlich stressiger ist.

Das Networking und der Realtalk gehen verloren, das ist die (leider sehr weittragende) Downside des Modus. Aber das ist nicht ROAI-spezifisch, nicht Event-spezifisch. Das betrifft gerade den allgemeinen (Zwischen-)Zeitgeist, der hoffentlich 2021 wieder endet.

Das schöne an diesem Event war, dass es nicht allzu starke Placement-Vorträge gab, viel Quality Input. Sehr gut getaktet und wie immer gut moderiert, gern mehr davon!   

So, well: Nach 4 Jahren ROAI, Hut ab an Fabian und Veronika für ihr nimmermüdes Engagement! Freude auf ROAI’21, stay safe!

Cheers, Michi

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